»Den Heutigen zur Erinnerung, den Späteren zur Warnung«

24-stündige Solidaritätsveranstaltung des Staatstheater Augsburg

Mit einer 24-stündigen Lesung von Lion Feuchtwangers großer »Josephus-Trilogie« erklärt sich das Staatstheater Augsburg solidarisch mit Israel und setzt ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus. »Mehr als sieben Wochen nach dem mörderischen Terror-Angriff sind noch immer Geiseln in der Gewalt der Hamas. Die durch nichts zu rechtfertigenden Gewalt-Exzesse in Israel haben uns zutiefst erschüttert«, so Staatsintendant André Bücker. Die Lesung im Moritzsaal, die maßgeblich von Mitgliedern des Schauspiel-Ensembles und Mitgliedern der Augsburger Philharmoniker gestaltet wird, beginnt am Samstag, den 16.12.23 um 14 Uhr und dauert 24 Stunden. Parallel findet am 17.12.23 eine international besetzte Veranstaltung der Jerusalem Lyric Opera statt, bei der Staatsintendant André Bücker ein Grußwort sprechen wird. »Dass wir uns solidarisch zeigen, gebietet nicht allein unsere historische Verantwortung, sondern die Menschlichkeit« fasst André Bücker das Engagement seines Hauses zusammen.

Dreibändige "Josephus-Trilogie"
In seiner dreibändigen »Josephus-Trilogie« beschreibt Lion Feuchtwanger das Wirken des jüdischen Historikers Flavius Josephus oder Joseph Ben Matthias, der 37 bis um das Jahr 100 lebte. Er spiegelt in der Gestalt des Josephus die Geschichte des jüdischen Intellektuellen in Zeiten von Antisemitismus und Nationalismus wider. Die Trilogie ist das wohl persönlichste Werk Feuchtwangers, mit dem er zur eigenen Herkunft zurückkehrte. Der Autor setzte sich stets für die Macht der Vernunft ein. Besonders am Herzen lag ihm dabei die Versöhnung des Judentums mit dem Weltbürgertum. Obgleich in den Jahren 1932 bis 1942 geschrieben, sind die drei Romane »Der jüdische Krieg«, »Die Söhne« und »Der Tag wird kommen« heute von erschreckender Aktualität.

Moritzsaal als Begegnungs- und Gedenkraum
Im Augsburger Moritzsaal soll für die Zeit der 24-stündigen Lesung ein Begegnungs- und Gedenkraum für die gesamte Stadtgesellschaft geschaffen werden. Ob 10 Minuten oder 24 Stunden, alle sind zur Teilnahme an der Lesung eingeladen. Interessierte können sich zudem aktiv am Programm beteiligen: Es besteht die Möglichkeit, selbst einen Teil des Romans vorzulesen oder die Veranstaltung durch einen musikalischen Beitrag mitzugestalten. Ebenso dürfen Speisen für ein gemeinsames Friedensmahl mitgebracht werden. Anmeldung & Infos unter schauspiel@staatstheater-augsburg.de.

Die Lesung wird veranstaltet in Kooperation mit der Moritzkirche und dem Friedensbüro der Stadt Augsburg.

Foto: Ruth Plössel

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