Private Arbeitsvermittlung – Funktion, Kosten und Förderungen

Für viele ist es nicht leicht, aus der Arbeitslosigkeit herauszukommen. Vor allem dann, wenn man bereits Dutzende Bewerbungen verschickt und noch immer keine Antwort erhalten hat, sollte über eine Alternative nachgedacht werden: Eine private Arbeitsvermittlung geht zwar mit Kosten einher, kann sich aber dennoch lohnen. Außerdem werden die Kosten in bestimmten Fällen von der Agentur für Arbeit übernommen.

Einen privaten Arbeitsvermittler einzuschalten, kann für viele Arbeitslose ein Rettungsanker sein. Denn im Bewerbungsprozess kann sich recht schnell Frust breit machen. Findet man trotz Bemühungen keinen passenden Job, führt das mit der Zeit zu finanziellen Problemen. Um ihren Lebensstandard auch ohne Job halten zu können, entscheiden sich einige, von Privatpersonen Geld leihen zu wollen. Allerdings kann das schnell zur Belastung für die familiäre oder freundschaftliche Beziehung werden. Eine weitaus sinnvollere Lösung ist, die Job-Bemühungen noch weiter anzukurbeln, zum Beispiel mit einer privaten Arbeitsvermittlung.

Was ist ein privater Jobvermittler?

Früher lag die Vermittlung von Jobs ausschließlich in der Hand von Arbeitsämtern. Doch mangelndes Vertrauen und Unzufriedenheit Betroffener haben dafür gesorgt, dass es heutzutage noch eine weitere Möglichkeit gibt. Wer die schlechte Meinung über die öffentliche Arbeitsvermittlung teilt, hat bei einem privaten Arbeitsvermittler vielleicht bessere Chancen. Denn: Eine 2010 unter 26.635 Befragten durchgeführte Umfrage kommt zu dem Ergebnis, dass 41 % die Qualität der öffentlichen Arbeitsvermittlung als „ziemlich schlecht“ einschätzen. Private Arbeitsvermittler als Alternative verfolgen das gleiche Ziel wie das Arbeitsamt. Auch sie wollen ihren Klienten einen Job vermitteln. Damit fungieren sie als wichtige Schnittstelle zwischen Arbeitgebern und Jobsuchenden.

Wie läuft die private Arbeitsvermittlung ab?

Private Dienstleister versuchen, Arbeitslose und Arbeitgeber zusammenzubringen. Doch wie gestaltet sich die private Arbeitsvermittlung dort konkret? Zunächst einmal sucht man sich eine passende Vermittlungsagentur. Hier gibt es eine vielfältige Auswahl: Einige decken unterschiedliche Berufsfelder ab, wiederum andere fokussieren sich auf bestimmte Branchen. Bevor man sich für eine Agentur entscheidet, sollte man sich entsprechend informieren. Sobald man eine passende Vermittlungsagentur gefunden hat, sendet man an diese eine klassische Bewerbung. Im Anschluss wird man zu einem persönlichen Gespräch eingeladen und bei diesem entschieden, ob man in den Bewerberpool aufgenommen wird.

Die Aufgabe des privaten Arbeitsvermittlers besteht nun darin, im Auftrag des Bewerbers eine passende Arbeitsstelle zu suchen bzw. im Auftrag des Betriebes die ideale Besetzung für die offene Stelle zu finden. Wer glaubt, die private Arbeitsvermittlung stelle nur den Kontakt zwischen Bewerbern und Arbeitgebern her, irrt. In der Regel werden zusätzliche Leistungen angeboten. Diese sollen die Jobaussichten des Klienten verbessern und umfassen zum Beispiel
• das Erstellen eines Bewerberprofils
• das Erstellen professioneller Bewerbungsunterlagen
• die Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch
• das Inserieren in Job- und Bewerberportalen

Das Ziel der Vermittlungsagentur ist dann erreicht, wenn der Klient einen Arbeitsvertrag in den Händen hält.

Diese Vorteile bietet die private Jobvermittlung

Prinzipiell unterscheidet sich die private Jobvermittlung nicht von der der Agentur für Arbeit. Ein großer Unterschied ist jedoch, dass diese Vermittlungsagenturen grundsätzlich nur dann eine Vergütung erhalten, wenn ihr Bemühen zum Erfolg geführt hat. Der Klient geht also keinerlei Risiko ein, selbst dann wenn er für die Kosten der Arbeitsvermittlung selbst aufkommen muss. Für den privaten Arbeitsvermittler wird so hingegen ein großer Anreiz geschaffen, einen passenden Job für seinen Klienten zu finden, denn hiervon hängt sein Verdienst ab. Dementsprechend hoch sind die Erfolgsaussichten bei einer Vermittlungsagentur. Ein privater Arbeitsvermittler pflegt viele Kontakte zu Unternehmen und Branchen. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, einen passenden Job für jeden Klienten zu finden.

Wer übernimmt die Kosten für die private Arbeitsvermittlung?

Möchte man sich bei der Jobsuche professionell unterstützen lassen, muss man mit Kosten von bis zu 2.000 Euro rechnen. – Geld, das die meisten Jobsuchenden nicht haben. Deshalb gibt es unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, die private Jobvermittlung über den Vermittlungsgutschein abzurechnen.

Der Vermittlungsgutschein:
Mit einem Vermittlungsgutschein (offiziell: AVGS für private Arbeitsvermittlung bzw. AVGS MPAV) kann das Honorar des privaten Arbeitsvermittlers zu 100 % abgedeckt werden. Ob Jobsuchende einen solchen Gutschein erhalten, entscheidet die Vermittlungsfachkraft. Kunden der Agentur für Arbeit steht ein AVGS für die private Arbeitsvermittlung dann zu, wenn sie länger als 6 Wochen arbeitslos sind und ein Anspruch auf Arbeitslosengeld besteht. Kunden des Jobcenters haben keinen Rechtsanspruch auf den Vermittlungsgutschein.
Der ausgestellte Vermittlungsgutschein gilt nur für einen bestimmten Zeitraum – in der Regel für 3 bis 6 Monate. Es ist außerdem möglich, dass die Region festgelegt ist, in welche vermittelt werden soll. Sobald man in ein sozialversicherungspflichtiges Verhältnis vermittelt wurde, übernimmt die Agentur für Arbeit bzw. das Jobcenter die Vermittlungskosten. Dabei darf die Vermittlungsgebühr 2.500 Euro nicht übersteigen. Zudem muss der private Arbeitsvermittler nach AZAV (Akkreditierungs- und Zulassungsordnung Arbeitsförderung) zugelassen sein.
Übrigens gibt es den Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein nicht nur für die private Arbeitsvermittlung. Der AVGS für Coaching und Qualifizierung umfasst Maßnahmen, die dabei helfen, fit in Sachen Bewerbung zu sein, oder aber eine Weiterbildung.

Wie verwendet man den Vermittlungsgutschein für die private Arbeitsvermittlung?

Um die Kosten für den privaten Arbeitsvermittler nicht selbst tragen zu müssen, kann ein Vermittlungsgutschein sehr hilfreich sein. Hierfür sind nur vier einfache Schritte erforderlich:
1. Der Gutschein für die private Arbeitsvermittlung kann schnell und einfach im Online-Portal der Agentur für Arbeit beantragt werden.
2. Sobald man den AVGS für die private Arbeitsvermittlung erhalten hat, sollte man die Angaben auf dem Gutschein überprüfen.
3. Nun heißt es, eine private Arbeitsvermittlung zu finden und mit dieser einen Vermittlungsvertrag abzuschließen.
4. Sobald die private Arbeitsvermittlung eine passende Stelle vermittelt hat, übergibt man dieser den Vermittlungsgutschein. Die Agentur bekommt ihre Vermittlungsarbeit dann von der Agentur für Arbeit/dem Jobcenter vergütet.

So findet man einen passenden Arbeitsvermittler

Mittlerweile ist die Auswahl an privaten Arbeitsvermittlern so groß, dass es schwerfällt, den Überblick zu behalten. Auf der Suche nach einem Job sollte man einige Kriterien für die Auswahl der Vermittlungsagentur aufstellen. Schließlich sollten der Arbeitsvermittler und der Jobsuchende auch zusammenpassen. Es ist empfehlenswert, auf folgende Dinge zu achten:
• Welche Dienstleistungen beinhaltet die Jobvermittlung?
• Werden Maßnahmen durchgeführt, mit denen mein Bewerber-Profil geschärft und meine Jobaussichten erhöht werden können?
• Gibt es die Möglichkeit, ein kostenfreies Einführungsgespräch wahrzunehmen?
• Werden meine Chancen, mit meinen Qualifikationen eine feste Anstellung zu finden, realistisch eingeschätzt?
• Gibt es Arbeitgeber oder Branchen, mit denen die Vermittlungsagentur nicht zusammenarbeitet?
• Welchen Ruf hat der private Arbeitsvermittler?

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