Beatles vs Beatels

Leider nicht ganz. Was folgt, ist eine Darbietung, die sich weniger über große Gesten als vielmehr über ihre musikalische Substanz definiert – und leider optisch keine Akzente setzt. Die Bühnenpräsenz von „The Beatels“, eine fünfköpfige Kombo aus Wertingen, bleibt über weite Strecken zurückhaltend, fast schon brav. Dazu passt auch die wenig inspirierte und stillose Bekleidung, die weder den ikonischen Look der The Beatles aufgreift oder zumindest eine erkennbare Anlehnung an die 60er-Jahre bietet.

Und doch: Was auf der Bühne visuell fehlt, überzeugt umso mehr auf der musikalischen Ebene. Mit einem beeindruckenden Repertoire von über 50 Songs (!) gelingt es der Band, die Vielfalt des Beatles-Kosmos einzufangen. Und ich bin erstaunt – als kein wirklicher Beatles-Fan –, dass ich bis auf einen einzigen Song tatsächlich alle wiedererkenne. Zum ersten Mal wird mir richtig bewusst, welche Vielfalt und zeitlose Qualität in diesen Melodien steckt, die Generationen geprägt haben. Das Publikum dankt es mit spürbarer Begeisterung – es wird mitgewippt, mitgesungen und geschmunzelt.

So bleibt am Ende ein ambivalenter, aber durchaus positiver Eindruck: „The Beatels“ sind keine Showband im klassischen Sinne, kein Spektakel aus Licht und großer Geste. Stattdessen liefern sie eine musikalisch überzeugende Hommage, die weniger über Inszenierung als über Klang funktioniert. Wer also bereit war, die Augen gelegentlich zu schließen und sich ganz auf die Musik einzulassen, kam an diesem Abend durchaus auf seine Kosten.

Text/Fotos: Daniel Anzaldua

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